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Beschwerden der Kunden nehmen zu

Kritik der Kunden nimmt zu - Erfolgsquote geht zurück

Ende des Jahres 2009 waren ca. 8,8 Mio. Menschen privat vollversichert, hinzu kommen ca. 16 Mio. Kunden mit privaten Zusatzversicherungen. Diese Kunden können sich an den PKV-Ombudsmann wenden, wenn sie sich von ihrem Versicherer ungerecht behandelt fühlen - oft geht es dabei um Beitragsanpassungen, oder wenn der Versicherer sich weigert, Leistungen zu erbringen.

Im Jahr 2009 sind insgesamt 5015 dieser Beschwerden dort eingegangen. Dies entspricht einem Anstieg um ca. 15% im Vergleich zum Vorjahr. Im gleichen Zeitraum sank jedoch die Quote der erfolgreichen Beschwerden aber von über 29% im Vorjahr auf nur noch rund 25% ab. Hierzu meint der Ombudsmann Helmut Müller:"Man kann nur darüber spekulieren, warum das so ist."

Von den gesamten Beschwerden beziehen sich 83% auf die Krankenvollversicherung. Davon dann 22,8% zum Thema Medizinische Notwendigkeit der durchgeführten Behandlung. In 13,9% aller Fälle sind Gebührenstreitigkeiten Anlass zur Beschwerde. Bei immerhin 10,4% aller Beschwerden wird um die Auslegung der allgemeinen Versicherungsbedingungen gestritten. Bei weiteren 9,3% steht die Beendigung des Vertrages im Mittelpunkt und weitere 8,2% der Beschwerden beziehen sich auf die Erstattung von Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln.

Ich spekuliere gerne mal ein wenig: Auch die privaten Krankenversicherer sind vermehrt bestrebt, die Kosten im Griff zu behalten. So wird einfach häufiger als früher geprüft, ob eine durchgeführte Behandlung im vollen Umfang medizinisch notwendig war und vor allem, ob die Kosten überhaupt erstattungspflichtig sind (=Was steht in den Vertragsbedingungen?). Behandlungen, die früher "kulanterweise" erstattet wurden, obwohl die Gesellschaft hierzu gar nicht verpflichtet gewesen wäre, kommen heute vermehrt auf den Prüfstand. Im Ergebnis erstattet die Versicherung das, wazu sie nach den Vertragsbedingungen verpflichtet ist - eigentlich nicht wirklich überraschend, oder?

Der Trend wird sich mit Sicherheit in den kommenden Jahren fortsetzen, so dass es noch wichtiger werden wird, sich diese Vertragsbedingungen (Das berühmte "Kleingedruckte") vor Vertragsabschluss genauestens zu betrachten.

Quelle: Capital.de

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