Blog

E-Books

E-Book Ratenzahlungszuschlag bei Versicherungen

Ratenzahlungszuschlag bei Versicherungen

Verbraucherschützer jubeln - Geld zurück von der Versicherung. Die wiederum befürchten...

Kundenzufriedenheit

Wer oder Was ist eigentlich PROTEKTOR?

Oft hören wir von Kunden beim Abschluss einer Lebens-, Renten- oder Berufsunfähigkeitsversicherung die Frage: " Was passiert eigentlich mit meinem Geld oder meinem Versicherungsschutz, wenn die Versicherung, bei der ich heute unterschreibe, Pleite geht?"

Für diese Fälle gibt es in Deutschland seit 2002 die Protektor Lebensversicherungs-AG. Gesellschafter dieser AG sind die Versicherungsunternehmen, die im Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) organisiert sind. Diese Gesellschaften zahlen Beiträge in einen Sicherungstopf bei Protektor ein. In diesem Topf befanden sich Ende des Jahres 2009 ca. 673 Mio Euro.

Sollte also eine deutsche Lebensversicherung insolvent werden, übernimmt Protektor die Verträge und führt sie weiter fort, die garantierten Leistungen für die Altersvorsorge und der Risikoschutz bleiben also erhalten, ebenso die bereits gewährten Gewinnbeteiligungen der alten Gesellschaft.

Protektor saniert den Kapitalanlagebestand, verwaltet die übernommenen Versicherungs-bestände und überträgt diese ganz oder teilweise weiter. Protektor ist jedoch keine Entschädigungseinrichtung und hat auch nicht die Aufgabe, eine insolvente Versicherungsgesellschaft zu sanieren. Ziel ist es eher, die Bestände dann an einen anderen Versicherer zu verkaufen oder zu übertragen.

Protektor musste bisher erst in einem einzigen Falle eingreifen: Die Mannheimer Lebensversicherung wurde 2003 insolvent und wurde von Protektor übernommen. Ende 2009 waren noch knapp 167.000 ehemalige Mannheimer Verträge mit einer Versicherungssumme von 9,1 Milliarden im Bestand.

Zusätzlich fungiert Protektor seit 2006 auch als gesetzlicher Sicherungsfonds: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kann die vetragsbestände notleidender Versicherungsgesellschaften auf diesen Sicherungsfonds übertragen. Dort werden Sie dann von Protektor verwaltet.

Wie funktioniert Protektor?

1. Alle 102 Pflichtmitglieder zahlen einen Jahresbeitrag in den Sicherungstopf ein. Richtwert ist die Höhe der Rückstellungen, die diese Versicherer bilden, um ihre Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden zu erfüllen (derzeit rund 680 Milliarden Euro). Pro Jahr wandern 0,2 Promille davon in den Topf, bis ein Betrag von insgesamt 680 Millionen Euro erreicht ist.

2. Wird nun eine Versicherung zahlungsunfähig, gehen die Policen auf Protektor über. Die Gesellschaft verwaltet die Verträge zunächst weiter. Ziel ist es aber, sie an einen Konkurrenten zu verkaufen. Klappt das nicht, bleiben die Verträge bei Protektor, wie im Fall der Mannheimer Versicherung. 

3. Reicht das Sicherungsvermögen nicht aus, um den Vertragsbestand zu sanieren (also alle Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen zu decken), kann von den Mitgliedern ein Sonderbeitrag in Höhe von insgesamt ein Promille der Rückstellungen verlangt werden (derzeit 680 Millionen Euro).

4. Für den Fall, dass auch diese zusätzlichen Mittel nicht ausreichen, kann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auch die garantierten Leistungen der übernommenen Verträge um 5 Prozent kürzen.   

5. Bestehen dann immer noch Deckungslücken, hilft nur noch eine (Freiwillige?) Selbst-verpflichtungserklärung der Branche. Die Versicherer zahlen dann noch einmal bis zu ein Prozent der Rückstellungen, rund 6,8 Milliarden Euro, in den Topf ein.

Mein Kommentar :

Für die rund 340.000 Verträge, die im Mannheimer-Fall übernommen wurden, lag die Unterdeckung bei 240 Millionen Euro. Insgesamt also eher "ein kleiner Fisch" aus dem grossen Becken. Schwer vorzustellen, was geschehen könnte, wenn eine der grossen 20 Gesellschaften insolvent werden sollte. Diese Last wäre m.E. von Protektor nicht zu stemmen. Von einem richtigen, werthaltigen Sicherungsfonds wie in England (hier werden grob gesagt 90% der vorhandenen Werte für den Fall einer Insolvenz gesichert) sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Angesichts der sicher auf uns zukommenden Turbulenzen, sollte man sehr genau hinschauen, wem man sein Geld anvertraut - immerhin ja für einen längeren Zeitraum!

Hier für Interessierte der aktuelle Geschäftsbericht von Protektor

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bild-CAPTCHA
Bitte die im Bild dargestellten Buchstaben und Zahlen (ohne Leerzeichen) eingeben.