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2010: Gesetzliche Kassen mit deutlichem Minus

Viele gesetzliche Krankenkassen (GKV) müssen in 2010 Ihre Reserven antasten.

Für Experten nicht überraschend hat sich die Situation bei fast allen gesetzlichen Krankenkassen (GKV) deutlich schlechter entwickelt als noch in 2009. Deshalb werden, so die Prognose, viele Kassen in diesem Jahr ihre Reserven antasten müssen. Vom ersten bis zum dritten Quartal hätten die Kassen lediglich einen Überschuss von rund 277 Millionen Euro erzielt, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Berlin mit. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es immerhin noch 1,4 Milliarden Euro gewesen. Bis zum Jahresende wird sich die Situation weiter verschlechtern, da die Ausgaben im vierten Quartal regelmäßig höher ausfallen als im Durchschnitt der ersten drei Quartale.

Auch die von einigen Kassen erhobenen Zusatzbeiträge und weitere Einnahmen - z.B. aus Zinsen - werden nicht ausreichen, um diese Unterdeckung vollständig auszugleichen. "Insofern müssen Defizite von Kassen in 2010 häufig aus noch vorhandenen Finanzreserven kompensiert werden", teilte das Ressort von Gesundheitsminister Philipp Rösler mit.

Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 rund 130,9 Milliarden Euro für Leistungen ausgegeben - ggenüber Einnahmen von 131,2 Milliarden Euro. Einige Kassen ziehen seit dem ersten oder zweiten Quartal bereits Zusatzbeiträge von ihren Versicherten ein, die meist acht Euro pro Monat betragen, immerhin Mehreinnahmen von 463 Millionen Euro bisher. Ohne dieses Plus wäre schon in den ersten drei Quartalen ein Minus in der Kasse gewesen.

Um dem Minus der kommenden Jahre entgegen zu wirken, hat die Regierung unter anderem folgende Massnahmen zum 01.01.2011 in die Wege geleitet:

  • Die Kassenbeiträge steigen auf 15,5%
  • Ausgabenzuwachs bei Ärzten wird gebremst
  • Ausgabenzuwachs bei Kliniken wird gebremst
  • Verwaltungskosten der Kassen werden eingefroren
  • Zwangsrabatte der Pharmafirmen werden erhöht

Der Ausgabenanstieg pro Versichertem setzt sich in den ersten drei Quartalen um 3,9 Prozent fort. Für ärztliche Behandlungen wurden 3,7 Prozent, für Klinikbehandlungen 4,5 und für Arzneien 4,2 Prozent je Versichertem mehr ausgegeben als im Vorjahr.

 

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