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Was wissen Versicherungen über ihre Kunden? – Sonderwagnisdatei HIS – Teil 1

Immer wieder tauchen in der täglichen Beratungspraxis oder in diversen Internetforen Fragen auf bzgl. der Speicherung von Daten in der Sonderwagnisdatei der Versicherungen.  Viele befürchten, dass im Falle einer Ablehnung - z.B. eines Antrages auf BU-Versicherung – ihre Daten dorthin übermittelt werden und Sie deshalb niemals wieder entsprechenden Versicherungsschutz erhalten können.

  • Einmal dort erfasst, für immer „gebrandmarkt“?
  • Wie lange bleiben Daten gespeichert?
  • Welcher Versicherer meldet WAS?
  • Wer darf Daten abrufen?
  • Welche Daten werden übermittelt?
  • Welche Bedeutung hat ein Eintrag dort?
  • Kann Ich  erfahren, welche  Daten über mich gespeichert sind?

So lauten die häufigsten Fragen zu diesem Thema. In meinen Beiträgen der nächsten Tage werde ich auf diese Fragen eingehen und Antworten geben.

Sonderwagnisdatei, HIS, Wagnisdatei, UNIWAGNIS-System

Seit 1993 gibt es das von der Versicherungswirtschaft betriebene  HIS (Hinweis- und Informationssystem). Entwickelt hat es sich aus einer Warndatei, die ursprünglich für den KFZ Versicherungsbereich angelegt worden war. Es soll der Risikoprüfung und zur Prüfung im Leistungsfall dienen. Insbesondere die Verhinderung von Versicherungsbetrug- und Missbrauch war eines der Hauptziele.  Eingebunden ist auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV).  Nach und nach kamen andere Sparten hinzu. Heute werden in der HIS sieben getrennt geführte Sparten  gelistet:

  1. KFZ
  2. Unfall
  3. Rechtsschutz
  4. Sach
  5. Leben (auch: Sonderwagnis, BU, Pflegerente)
  6. Transport (auch: Reiserücktritt und Reisegepäck)
  7. Haftpflicht

Die Daten zu den einzelnen Sparten werden informationstechnisch getrennt angeliefert und geführt. Auch die  Abfrage erfolgt spartenbezogen, d.h. wer  zum Beispiel wegen zu vielen Rechtsschutzfällen innerhalb eines Jahres in der HIS gemeldet steht, kann trotzdem eine BU-Versicherung beantragen, ohne dass hier negative Abfrageergebnisse auftauchen.

Jede Versicherungsgesellschaft kann frei entscheiden, ob sie am Datenaustausch mit der HIS teilnimmt und auch, für welche Sparten sie das tut. Heute kann man davon ausgehen, dass die meisten Unternehmen die HIS nutzen.

Auch wenn die meisten Unternehmen der privaten Krankenversicherung (PKV) Mitglied im GDV sind, besteht hier jedoch keine Anbindung an die HIS. Die PKV Unternehmen bedienen sich hier eines anderen Prinzips, der sog. Versichertenumfrage.

Welche Daten werden übermittelt?

Die Meldung einer Versicherungsgesellschaft an die HIS erfolgt z.B. in der Sparte KFZ nach einem sog. Scoringverfahren, (Abrechnung nach Gutachten, Häufung von verdächtigen Schadensfällen) das hier an dieser Stelle nicht von weiterem Interesse ist. Ich beschränke mich im Folgenden auf die Sparte Lebensversicherung. Hier meldet der Versicherer zum Beispiel:

  • Ablehnung auf Grund der Auskünfte anderer Versicherer
  • Erschwernisse aus medizinischen Gründen (Leistungsausschlüsse/Risikozuschläge)
  •  Überschreiten bestimmter Versicherungssummen
  •  Ablehnung des Vertrages durch den Versicherer
  •  Verweigerte Nachuntersuchung durch die zu versichernde Person
  •  Rücktritt vom Vertrag seitens des Versicherers
  •  Anfechtung des Vertrages wegen arglistiger Täuschung durch den Versicherer
  •  Ablehnung des  Vertrages durch den Versicherten wg. Geforderter Erschwerniss (d.h. der Kunde akzeptiert einen Risikozuschlag oder Leistungsausschluss nicht)

Neben der KFZ Versicherung mit ca. 1 Mio Meldungen pro Jahr ist hier die Sparte Lebensversicherung (mitsamt allen Untersparten wie BU-Versicherung, Risiko-LV etc.) die am zweithäufigsten vertretene Sparte mit ca. 750.000 Meldungen pro Jahr.

Die Meldung erfolgt im Übrigen personenbezogen auf die „zu versichernde Person“, d.h. auch durch  unterschiedliche Antragsteller beantragte Versicherungen für die gleiche Person werden erfasst.

Wie „landet“ man eigentlich in der HIS?

Nehmen wir einfach mal den Fall, dass Sie (Max Mustermann) mit einer gerade erfolgten Bandscheiben Operation eine  Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen, bei einem Unternehmen, das an die HIS angeschlossen ist. Der Versicherer kann jetzt vereinfacht ausgedrückt folgendermaßen reagieren:

  1. Er nimmt Ihren Versicherungsantrag glatt an (relativ unwahrscheinlich…)
  2. Er teilt Ihnen mit, dass er einen Risikozuschlag möchte
  3. Er teilt Ihnen mit, dass er den Rücken vom Schutz ausschließt
  4. Er teilt Ihnen mit, dass er den Antrag komplett ablehnt

In  den Fällen 2 - 4 wird der Versicherer jetzt eine Meldung an die HIS verfassen, dass für die versicherte Person Max Mustermann ein Antrag auf BU Versicherung gestellt wurde, der nicht normal policiert wurde.  In den Fällen 2 + 3 Übrigens auch dann, wenn der Vertrag gar nicht zustande kommt, weil Sie als Kunde das Angebot des Versicherers ablehnen.

Dabei werden keine Daten übermittelt, warum, weshalb, aus welchen gesundheitlichen Gründen etc. diese Erschwernis zustande kam. Lediglich der Sachverhallt, DASS eine normale Policierung nicht erfolgte, wird gemeldet.

Zu dieser Meldung haben Sie den Versicherer mit Ihrer Unterschrift unter das Antragsformular berechtigt – dort ist regelmäßig eine entsprechende Genehmigung vorgesehen.

Wichtig zu wissen: Nur bei einer regulären Antragstellung darf der Versicherer diese Meldung vornehmen-  eine sog. „Risikovoranfrage“ gibt ihm dazu nicht die Berechtigung!

Nun ist es also passiert – Sie sind in der Sonderwagnisdatei / HIS eingetragen. Und nun? 

Über die Auswirkungen und wie Sie sich ggfls. vor Einträgen schützen können –  informiere ich im nächsten BLOG Beitrag :

Was wissen Versicherungen über ihre Kunden? – Sonderwagnisdatei HIS – Teil 2

Hier schon einmal das Formular, mit dem Sie selbst erfragen können, welche Daten bei der HIS über Sie gespeichert sind: HIS - Abfrageformular


Kinder in der PKV

Kinder in der Privaten Krankenversicherung

Wenn ein Kind (ab Geburt) in der privaten KV versichert werden kann, so gibt es dabei einige Spielregeln zu beachten, und einiges zu bedenken, um keine unangenehm Überraschung zu erleben.

Also, einmal angenommen, die Prüfung, ob beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen KV möglich ist, war negativ, das heißt, für das Kind ist eine eigene, beitragspflichtige  Versicherung abzuschließen. (Mehr dazu im Blogbeitrag "Wo ist das Kind zu versichern".)

Dann bieten sich drei  Optionen, die ich im Folgenden kurz besprechen möchte:

1. Beitragspflichtige Versicherung in der gesetzlichen KV

Das muss nicht die gleiche Kasse sein, bei der das GKV versicherte Elternteil ist. Sie können hier frei unter allen gesetzlichen Kassen wählen. Achtung: es sind Fristen zu beachten!

2. Beitragspflichtige Versicherung in der gleichen privaten KV wie das Elternteil

Unter gewissen Umständen besteht hier ein sog. Kontrahierungszwang durch die private KV, d.h. diese muss das Kind versichern, ab Geburt, ohne Risikozuschlag , ohne Wartezeit, ohne die Möglichkeit der Ablehnung, egal wie krank das Kind geboren wurde. Voraussetzungen, um von diesem Kontrahierungszwang bei der privaten KV des Elternteils Gebrauch zu machen:

-      Anmeldung des Kindes innerhalb von 2 Monaten nach der Geburt

-      Beginn ab dem 01. des Geburtsmonats

Zu diesen allgemein gültigen Voraussetzungen kommen evtl. noch andere, je nach Gesellschaft und Tarif des Elternteils:

Bei manchen Versicherungen muss das Elternteil am Tag der Geburt bereits eine bestimmte Zeit (meist drei Monate) bei der jeweiligen Gesellschaft versichert sein, bevor der Kontrahierungszwang greift. Bei einigen Gesellschaften ist zudem in den Vertragsbedingungen verankert, daß im Rahmen der Kontrahierung der Versicherungsschutz des Kindes nicht besser sein darf als der des Elternteiles. Das kann z.B. bedeuten, dass der Selbstbehalt des Kindes nicht niedriger sein darf als der Selbstbehalt des Elternteiles. Kann aber ebenso bedeuten, dass für das Kind Leistungen wie Ergotherapie, Logopädie nicht versichert werden können, wenn der Elterntarif das ebenfalls nicht vorsieht.

Hier hilft nur ein frühzeitiger Blick in das „Kleingedruckte“.

TIPP: lassen Sie sich frühzeitig von der privaten KV, bei der ein Elternteil versichert ist, ein entsprechendes Angebot erstellen, prüfen Sie (oder lassen Sie prüfen), ob der mögliche Vertragsumfang in allen wesentlichen Belangen Ihren Vorstellungen entspricht. Sollte das nicht so sein, lassen Sie von einem Fachmann prüfen, ob  für Ihren Nachwuchs bei einer anderen privaten Krankenversicherung der Versicherungsschutz zu bekommen ist, den Sie sich vorstellen.

3. Beitragspflichtige Versicherung bei einer anderen privaten Krankenversicherung

Sie können auch versuchen, Ihren Nachwuchs bei einer anderen privaten Krankenversicherung zu versichern.

Hier gibt es allerdings keinen Kontrahierungszwang, d.h., es steht dem angefragten Versicherungsunternehmen frei, den Antrag anzunehmen oder abzulehnen. Daraus folgt als erstes, dass für das Kind bei der Antragstellung die Gesundheitsangaben zu machen sind. Meist wird auch die Vorlage der entsprechenden U – Berichte  gefordert.

Eine weitere Besonderheit ist darin zu sehen, dass nicht jede private Krankenversicherung auch Kinder alleine versichert, d.h. viele Gesellschaften versichern Kinder nur zusammen mit mindestens einem Elternteil.

Welche Gesellschaften Kinder alleine versichern, habe ich in der anhängenden Übersicht zusammen gestellt. Achtung: Diese Auswahl der Gesellschaften ist in Bewegung, Veränderungen sind möglich. Auch die in der Tabelle aufgeführten Besonderheiten unterliegen der Veränderung.

Manche Gesellschaften versichern Kinder alleine erst ab dem 13 Monat oder dem 7. Lebensjahr – diese Versicherer scheiden daher für die Neugeborenen-Versicherung aus.

Andere versichern Kinder „nur in Ausnahmefällen“.

Prüfen Sie hier rechtzeitig und sorgfältig – lassen Sie sich beraten.

Rund ums Thema Neugeborenen / Kinderversicherung noch einige Tpps und Hinweise:

  • Wenn Sie (wie unter Pkt 2. Geschildert bei der privaten KV des Elternteils kein passendes Angebot finden, versuchen Sie einfach, das Kind nach der Geburt  bei einer anderen Gesellschaft Ihrer Wahl zu versichern. Sollte das (aus welchen Gründen auch immer) nicht gelingen, können Sie immer noch innerhalb der 2 Monatsfrist (gerechnet ab Tag der Geburt) bei der Gesellschaft des Elternteils über die Kontrahierung die Aufnahme des Kindes dort verlangen.
  • Oft wird empfohlen, für Neugeborene keinen Zahntarif in den Versicherungsschutz mit zu integrieren, um Beitrag zu sparen. Dabei ist folgendes zu bedenken: Es Besteht bei einem solchen Vorgehen natürlich die Gefahr, dass Schutz für die Zähne später (z.B. nach einem Unfall) gar nicht mehr integriert werden kann und dann anfallende Kosten nicht gezahlt werden. Viele moderne Tarifwerke bestehen außerdem aus sog. „Kompakttarifen“, d.h. ein Weglassen oder abspecken einzelner Bestandteile ist hier gar nicht möglich.
  • Wenn Kinder über kein eigenes Einkommen verfügen, zahlen Sie in der privaten Pflegepflichtversicherung keinen Beitrag. In den Policen ist der Baustein zwar immer aufgeführt, aber ohne Beitrag geführt.
  • Angestellte Arbeitnehmer erhalten auch für die Beiträge zur privaten Krankenversicherung der Kinder den entsprechenden Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung (jedoch in 2011 maximal 271,01 Euro – für die eigene KV und die Kinder KV zusammen) 

Beitragsentwicklung Hallesche, NK1, männlich

In meiner Reihe Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung schauen wir uns heute ein Beispiel zum Tarif NK1 der Hallsche an.

Folgende Daten liegen der Betrachtung zugrunde:

  • Männlich
  • Jahrgang 1961 
  • Vertragsbeginn in 1997 
  • versichert in Tarif NK1
Der Kunde zahlte zu Beginn in 12/1997 einen Beitrag von 241,89 DM mtl. (Hierbei wurde ein Risikozuschlag in Höhe von 31,55 DM wegen einer bestehenden Vorerkrankung berücksichtigt, ist im Betrag bereits enthalten).
Knapp 13 Jahre später, in 12/2010 liegt unter den gleichen Vorraussetzungen der Beitrag bei nunmehr 277,49 Euro. Der eingeschlossene Risikozuschlag liegt bei 36,73 Euro.
In der Zwischenzeit gab es keine Besonderheiten, keine Beitragsfreistellung, Änderung etc. Lediglich einige Zusatzbausteine wurden ergänzt, bzw. geändert. (Einführung Pflegepflichtversicherung, Einschluss Altersentlastungsbaustein, Pflegezusatz)
Bei der Betrachtung nicht berücksichtigt wurde der 10% Altersentlastungszuschlag.
Rechnen wir einmal nach:
241,89 DM  / 1.95583 = 123,67 Euro. Daraus wurden bis 12/2010  277,49 Euro.
Mit einem Berechnungsprogramm ermitteln wir daraus einen Prozentsatz der jährlichen Steigerung von ca. 6,4%.
Die entsprechenden Dokumente habe ich Ihnen hier angehängt. :
 

Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung

Immer wieder höre ich in der täglichen Beratungspraxis folgende Fragen:

  • Wie "beitragsstabil" ist der Tarif xy denn?
  • Mit welchen Beitragsanpassungen muss ich denn in der Zukunft rechnen?
  • Welche Beitragssteigerungen gab es in dem Tarif in der Vergangenheit?
  • Welche Gesellschaft hat die stabilsten Beiträge?
..um nur einige der Fragen zu nennen, die sich aber alle um das Thema Beiträge und Steigerungen in der Zukunft drehen. Auf etliche dieser Fragen habe ich - wie viele andere Experten auch - natürlich keine Antwort parat. Niemand kann Ihnen heute voher sagen, wie sich der Beitrag Ihrer gewählten Tarifkombination zukünftig entwickeln wird!
Sollte das jemand tun wollen, beenden Sie am Besten sofort das Gespräch und werfen denjenigen hinaus - in Ihrem eigenen Interesse.
 
Fragen bzgl. der vergangenen Entwicklung lassen sich dagegen zum Teil beantworten - auch wenn etliche Gesellschften hier mit Zahlenmaterial eher zurückhaltend sind (warum wohl?) - jedoch sollte klar sein, dass die Aussagekraft solcher Vergangenheitszahlen für die Zukunft nicht klar zu bewerten ist. Ist der Versicherer in den letzten Jahren evtl. nur deshalb "so beitragsstabil" weil er den Anpassungsbedarf der letzten Jahre "vor sich her schiebt"??
Oft werden solche Vergangenheitsbetrachtungen zusätzlich verwässert, da gesetzliche Änderungen und neue Rechnungsvorschriften mit eingeflossen sind. Auch zusätzliche Bausteine wurden evtl. in den Vertrag eingeschlossen oder geändert. Als zum 01.01.1995 die private Pflegepflichtversicherung in bestehende Verträge mit eingeschlossen wurde, haben sich viele Kunden bei mir telefonisch über die "heftige Beitragssteigerung" von über 20% beschwert....
 
Aus Beitragssteigerungen der Vergangenheit lassen sich also keine Rückschlüsse auf evtl. Beitragsanpassungen in der (ferneren) Zukunft ziehen!
 
Dennoch möchte ich hier an dieser Stelle gelegentlich das ein oder andere Beispiel zu zeigen.
Es handelt sich dabei um real existierende Verträge, zum grossen Teil aus meinem eigenen Kundenbestand. Diese Beispiele sind naturgemäss Einzelfall-Betrachtungen. Bei anderem Eintrittsalter oder anderem Geschlecht ergeben sich unter Umständen ganz andere Zahlen!
 
Beispiel 1:
Hallesche, Tarif NK1, Zeitraum 1997 - 2010, männlich, geboren 1961
 

Hauptzollamt treibt Beiträge für gesetzliche Kassen ein

Wenn demnächst bei Ihnen ein Mitarbeiter des Hauptzollamtes an der Tür klingelt - wundern Sie sich bitte nicht. Vermutlich haben Sie einfach bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse den angeforderten Zusatzbeitrag noch nicht gezahlt.

Sehr viele Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen haben bislang ihren Zusatzbeitrag noch nicht gezahlt.(Hier eine Übersicht der Kassen, die einen solchen Zusatzbeitrag angefordert haben) 

Experten schätzen, dass alleine bei der DAK geschätzte 220.000 säumige Zahler Ihren Zusatzbeitrag noch nicht entrichtet haben - ein Schaden von ca 1,7 Mio Euro pro Monat.

Jetzt beginnen die Kassen damit, diese offenen Beiträge einzutreiben.

Im Sozialgesetzbuch ist geregelt, dass die Kassen hierzu nicht einen Gerichtsvollzieher beauftragen dürfen, sondern das Hauptzollamt mit dieser Aufgabe betrauen müssen.

Mindestens 20.- Euro Säumniszuschläge sieht das SGB vor, wenn der Beitragszahler mehr als 6 Monate im Rückstand ist. (SGB V, §242, Abs. 6)

Zunächst - so ist es vorgesehen, wird mehrfach versucht, die säumigen Schuldner telefonisch und per Post zu bewegen, ihre Rechnungen zu begleichen. Danach folgen die üblichen Mahnschreiben - wenn die ebenfalls erfolglos bleiben, erlässt die Krankenversicherung eine Vollstreckungsanordnung gegenüber dem Hauptzollamt. Das Hauptzollamt erlässt dann eine Vollstreckungsankündigung gegenüber dem Kassenmitglied.

Achtung: Das Hauptzollamt muss nicht prüfen, ob die Forderung der Kasse rechtens ist!

Deshalb kann auch eine Vollstreckungsanordnung nur von der Krankenkasse zurück genommen werden. Die Kasse ist also Ansprechpartner, wenn jemand denkt, dass zu Unrecht von ihm Zusatzbeitrag gefordert wird!

Also auf keinen Fall "den Kopf in den Sand stecken", sondern mit der Krankenkasse reden - evtl. einen Vergleich aushandeln oder Ratenzahlung vereinbaren!