Wir in der Presse: Thema Altersvorsorge

Mit einem Posting in einem von mir öfter besuchten Forum fing es am 06.10.2016 an: 

Suche Leute, denen die Leistung aus Vorsorgeverträgen gekürzt werden/wurden

Hallo, ich arbeite an einem journalistischen Beitrag, in dem es um die Misere in der Altersvorsorge geht. Dafür suche ich Sparer, deren Verträge unter niedrigen Zinsen leiden, und die dadurch weniger herausbekommen als kalkuliert oder die von ihrer Pensionskasse einen Nachzahlungsbescheid bekommen haben. Ich möchte darüber berichten, auf Wunsch natürlich auch anonym. Kein Problem.
Vielen Dank

Nachdem in den diversen Internetforen des öfteren Journalisten aufschlagen, die für reisserisch aufbereitete Berichte möglichst dramatische Einzelfälle aufsammeln (solche Internetforen sind dafür die bestmögliche Sammelstelle) - lag auch hier die Vermutung nahe, dass es (wieder mal) in die gleiche Richtung gehen sollte: Böser Versicherer - verspricht viel - schaufelt sich selber die Taschen voll - stürzt armen Kunden ins Unglück, weil er viel weniger auszahlt etc..etc.
Dementsprechend fiel mein Kommentar drei Tage später im Forum recht ironisch aus - ich habe Zahlen einer von mir beratenen Kundin aus dem Jahre 2003 veröffentlicht. Diese Kundin hatte damals eine Lebensversicherung mit 12 Jahren Laufzeit abgeschlossen, der Vertrag war vor einigen Wochen zur Auszahlung gekommen: Ausgezahlt wurde mehr, als der Versicherer seinerzeit bei Abschluss prognostiziert hatte.
Nach einigen weiteren Postings im Forum (auch andere Teilnehmer schalteten sich ein) klingelte Tage später mein Telefon und Herr Harms (der Redakteur) bat mich zu einem kurzen Gespräch, um die Sache zu klären.
Respekt - das hätte ich nicht erwartet!
Nachdem ich ihm zusagen konnte, dass die Zahlen real waren und ich ihm entsprechende Nachweise zumailte (natürlich anonymisiert), sagte er mir zu, die Zahlen in seinem Bricht zu verwenden.
Wen der Ablauf der Diskussion interessiert: hier -  der Link zum Forum : Zur Diskussion im Forum 

Und hier der Artikel in der Zeitschrift DAS INVESTMENT: Was Deutschland vom dänischen Rentensystem lernen kann
 
Auch wenn meiner Ansicht nach viele Dinge, die in Dänemark und anderen Ländern gut funktionieren, nicht 1:1 nach Deutschland übertragbar sind, ist es dem Autor doch recht gut gelungen, ein paar Problemstellen aufzuzeigen. Hier muss ich also meine erste Einschätzung revidieren.
Ich persönlich fürchte nur, dass einige recht gute Ansätze verpuffen werden im Gerangel der politischen Kräfte und denen, die in diesem Markt der Altersversorgung ihr Jagdrevier sehen. Entsprechende Produkte wurden/werden schon bereit gestellt und beworben - da gibt es Dreifach-Hybride, Indexpolicen und wie die tollen, neuen Kreationen alle heissen. Gemeinsam haben diese Produkte in der Regel nur eines: Einen hohen Kostenfaktor, der dafür Sorge trägt, dass möglichst viel Geld des Sparers (als Anleger mag man die Käufer/Opfer solcher Produkte gar nicht bezeichnen) in die Taschen der Initiatoren wandert.
 
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