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Pflicht zur Umorganisation des Arbeitsplatzes

Worum geht es? Wenn bereits fest steht, dass Sie als Selbstständiger/Freiberufler aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, Ihren zuletzt ausgeübten Beruf weiter auszuüben, prüft der Versicherer zusätzlich, ob die Möglichkeit besteht, Ihre Firma so umzuorganisieren, dass die BU-auslösende Tätigkeit für Sie wegfällt, Sie aber dennoch weiter als Betriebsinhaber tätig sein können. In guten Vertragsbedingungen ist z.B. sichergestellt, dass diese Umorganisation des Arbeitsplatzes erst ab einer bestimmten Firmengrösse gefordert werden kann und nicht mehr als 20% Einkommensverlust zur Folge haben darf.

Achtung Fallstrick:
Auch wenn Sie heute angestellt sind – sollten Sie diesen Punkt prüfen – man weiß ja nie! Außerdem gibt es einige Versicherer, die diese Umorganisation auch vom „Angestellten mit Weisungsbefugnis“ verlangen.

Konkrete Verweisung

Worum geht es? Angenommen, Sie sind berufsunfähig in Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf und beziehen Ihre versicherte BU-Rente. Sie üben aber freiwillig eine andere Tätigkeit aus, oder arbeiten (gegen ärztliches Anraten) in Ihrem alten Beruf weiter. Jetzt prüft der Versicherer die Möglichkeit einer konkreten Verweisung: Ist die neue, konkret ausgeübte Tätigkeit mit dem alten Beruf vergleichbar? (Vergleichbar bedeutet u.a. bzgl. Ausbildung, Erfahrung, Verdienst, Aufstiegs-möglichkeiten, soziales Image etc.) Wenn ja, stellt er die Leistung ein. In guten Vertragsbedingungen ist daher geregelt, dass die Möglichkeit einer konkreten Verweisung erst dann geprüft wird, wenn das neue Einkommen mindestens 80% des vorherigen Einkommens beträgt.

Achtung Fallstrick:
Fehlt diese klare Regelung, kann als Folge ein Rechtsstreit entstehen, wieviel Einkommensminderung Sie im Falle einer konkreten Verweisung hinzunehmen haben.

Vergleiche auch Abstrakte Verweisung

Abstrakte Verweisung

Worum geht es? Wenn bereits fest steht, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, Ihren zuletzt ausgeübten Beruf weiter auszuüben, prüft der Versicherer als nächstes die Möglichkeit einer abstrakten Verweisung: Wären Sie theoretisch noch in der Lage, mit der verbliebenen Restgesundheit einen vergleichbaren Beruf auszuüben? (Vergleichbar u.a. bzgl. Ausbildung, Erfahrung, Verdienst, Aufstiegsmöglichkeiten, soziales Image etc.) Gelingt dem Versicherer dieser Nachweis, muss er nicht leisten! Ausnahme: Der Versicherer hat in seinen Bedingungen explizit auf die abstrakte Verweisung verzichtet. In guten Vertragsbedingungen finden Sie entsprechende klar formulierte Verzichte.

Achtung Fallstrick:
Viele Versicherer verzichten zwar vordergründig auf die Möglichkeit einer abstrakten Verweisung, führen Sie aber „durch die Hintertür“ wieder ein, wenn z.B. die BU nach einem „längeren Ausscheiden aus dem Berufsleben“ eintritt.

Vergleiche auch: Konkrete Verweisung